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Fr, 23.09.
1105 – 1140

3sat

Nicht ohne meinen Zwilling

Gesellschaft und Soziales, CH 2022

Samuel hat das Downsyndrom, seine Zwillingsschwester Virginie nicht. Die beiden wohnen zusammen mit Virginies Familie unter einem Dach. Wie sieht der Alltag des Geschwisterpaars aus? Bis vor zwei Jahren lebte Samuel, 32, in verschiedenen betreuten Institutionen. Er war unglücklich und aggressiv, bekam Medikamente zur Beruhigung. Darum entschied sich Virginie, ihren Bruder zu sich zu nehmen. Schon immer habe sie sich für Samuel verantwortlich gefühlt. Ihre Eltern Rose-Marie und Emmanuel Bickit waren bei der Geburt überrascht: "Diskordante Downsyndrom-Zwillinge" - ein äußerst seltenes Phänomen. In der Schweiz gibt es schätzungsweise eine Handvoll. "Für mich war es ein Schock. Ich dachte, Zwillinge - da ist alles in Ordnung", sagt Rose-Marie Bickit. Um beiden gerecht zu werden, kämpften die Eltern der Zwillinge bei den Behörden, sodass auch Samuel in eine Regelklasse konnte. Samuel arbeitet vier Tage pro Woche in einer Stiftung im Gartenbereich. Sein Betreuer Börge Pietschmann steht dem Zusammenleben von Virginie und Samuel kritisch gegenüber: "Samuel ist ein erwachsener Mann. Er sollte eine Wohngruppe haben, ein eigenes Zuhause. Einen Ort, wo er mehr Abstand zur Familie hat." In drei Monaten erwartet Virginie ihr zweites Kind. Die Hochschwangere arbeitet drei Tage pro Woche als Lehrerin. Zusätzlich ihrem einjährigen Sohn Marvin gerecht zu werden, ihrem Zwillingsbruder Samuel und auch noch sich selbst: ein tagtäglicher Spagat. Wie lange kann das gut gehen? Immer wieder steht zur Diskussion, Samuel aus der Familie zu nehmen. Virginie macht sich Gedanken über den weiteren Verlauf ihrer Beziehung zu ihrem Zwillingsbruder. "Nicht ohne meinen Zwilling" ist eine spannende Reportage über das Zusammenleben, Grenzen der Integration und die Frage, wie viel Nähe und Distanz ein Mensch braucht, um glücklich zu sein.

Weitere Ausstrahlungstermine

Freitag 23.09. 02:10 Uhr
3sat

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