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Mi, 10.07.
2340 – 0050

BRF

Armes Huhn - armer Mensch
Vom Frühstücksei zur Wirtschaftsflucht

Dokumentarfilm, Deutschland 2019

230 Eier isst jeder Deutsche im Jahr - statistisch gesehen. Und obwohl Gesundheit und Tierschutz den meisten Menschen wichtig sind, greifen sie nicht etwa zum Bio-Ei, sondern zu günstigeren Alternativen. Laut einem Gutachten des Bundeslandwirtschaftsministeriums wollen 80 Prozent der Verbraucher gesundes Fleisch und Eier von Tieren, die nicht leiden müssen. Aber die Realität sieht anders aus: Die Deutschen kaufen hauptsächlich Eier aus Bodenhaltung. Und auch Käfigeier werden massenweise noch produziert und gegessen. Fertigprodukte, Kantinenessen und der Bäcker von nebenan - viele Unternehmen setzen aus Kostengründen auf das billige Käfig-Ei. Der Film zeigt mit exklusiven Bildern aus der größten Eierproduktionsstätte Nordeuropas: Käfighaltung ist in vielen Ländern der EU noch Alltag und auch wir in Deutschland profitieren davon. Er macht deutlich, was das für Tiere, die Umwelt und letztlich auch für unsere Gesundheit bedeutet. Aber nicht allein die Eierproduktion, auch die stetig steigende Nachfrage nach Hähnchenbrust & Co. fördert die Massentierhaltung - mit Auswirkungen bis nach Afrika. So stößt das Filmteam in Ghana auf tiefgefrorene Billighühner aus Europa, leere Hühnerställe und große Armut. "Unsere Agrarpolitik in Europa erzeugt auf der anderen Seite der Welt Flucht", sagt die SPD-Europaabgeordnete Maria Noichl. In "Armes Huhn - armer Mensch" geht es um Pioniere, die sich für artgerechte Haltung einsetzen, um Alternativen zur Massentierhaltung. Politiker, Hühnerbarone, Landwirte, Tierschützer und Verbraucher kommen zu Wort und es wird ein vielschichtiges Bild gezeichnet vom komplexen "System Eier- und Hühnerfleischproduktion" mit seinen Auswirkungen, Widersprüchen und seinen gesellschaftlichen und finanziellen Herausforderungen.

Personen

Regie Jens Niehuss, Simone Bogner
Andere Personen Autor: Jens Niehuss, Simone Bogner, Kontakt: Petra Felber